(v.l.n.r.) Landrat Achim Hallerbach, CDU-Landtagskandidat Pascal Badziong und SWN-Geschäftsführer

Land muss Rahmen für digitales Lernen verbessern

CDU-Landtagskandidat Badziong: Glasfaseranschluss für Schulen in Stadt und Kreis im Zeitplan

Neuwied. „Zukunftsfähige Bildung braucht – nicht nur in Corona-Zeiten – eine schnellere Digitalisierung unserer Schulen. Voraussetzung ist die  Breitbandversorgung. Stadt und Kreis haben die Weichen vor der Pandemie richtig gestellt. Wir brauchen aber landesweit bessere politische Rahmenbedingungen“, fordert CDU-Landtagskandidat Pascal Badziong nach einem Gespräch mit Landrat Achim Hallerbach und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied, Stefan Herschbach.

Nicht nur die Unternehmen brauchen schnellere Leitungen für den Datenaustausch und immer anspruchsvollere Anwendungen, weiß der Gymnasiallehrer aus eigener Erfahrung: „Wir müssen junge Menschen schon in den Schulen auf die steigende technische Komplexität der Berufswelt vorbereiten. Gerade die technischen Berufe fordern von ihnen in der universitären Ausbildung ein solides Fundament.“ Die Corona-Krise zeige das Dilemma jedoch wie im Brennglas: „Wenn Schulen im regulären Unterricht wegen der Bandbreite limitiert sind, wundert es nicht, dass auch das Homeschooling schwierig wird.“ 

Der kreisweite Anschluss der 72 Schulen an Breitband sei wegweisend, sagt auch Landrat Achim Hallerbach. Der Kreis hatte das Projekt mit einer Bundesförderung auf den Weg gebracht. „Wir wollen die Gigabitversorgung nicht nur in die Schulen und die Kommunen bringen: Gerade die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig es ist, dass Glasfaser auch in die Haushalte kommt.“ Für Badziong eröffnet das nicht nur neue Möglichkeiten in der Bildung: „Wir brauchen eine Infrastruktur, die gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und im ländlichen Raum bietet. So bleiben auch die Dörfer attraktiv als Standort für Unternehmen und als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt von Familien.“

In Neuwied, wo die Stadtwerke für den Ausbau den Zuschlag erhalten haben,  werden an den Schulen bis zu 1000 Mbit/s ermöglicht. Stefan Herschbach zufolge können die Schulen im späten Frühjahr bereits die Verträge für den schnellen Datenaustausch abschließen: „30 Schulen werden insgesamt dafür vorbereitet.“ Seit Herbst 2018 laufen die umfangreichen Planungen, gebaut wird seit Herbst 2019: „Trotz der Pandemie liegen wir im Zeitplan.“

Besonders erfreulich ist für Badziong, dass die SWN neben den 630.000 Euro, die der Anschluss der Schulen kostet, 400.000 Euro investieren, um einen entscheidenden Schritt für die Versorgung der Haushalte in den Stadtteilen mit schnellem Internet zu ermöglichen: „Als Stadtratsmitglied freue ich mich, dass das den Bürgern der Stadt zugute kommt. Es zeigt aber auch, dass die Gewinne der SWN sinnvoll reinvestiert werden. Bildung, Infrastruktur, Standortförderung gehen Hand in Hand.“ Die Landesregierung verschiebe diese Aufgaben zu sehr auf die Kommunen: „Es gibt keine Konzepte, geschweige denn eine Abstimmung mit dem Landkreistag oder dem Städtetag. Die Landesregierung hat viel Zeit vertan, um Strukturen auf den Weg zu bringen, die den Lehrern, den Schülern und den doppelt belasteten Eltern das Leben gerade jetzt vereinfachen könnten.“